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Ein Sträußchen für die Mama

#Muttertag: Nur Kommerz oder ist da mehr dran?

Überall Blümchen, überall Ausmal-Bilder oder Herzen – man hat es in den letzten Tagen mal wieder hauptsächlich in den Geschäften gemerkt, dass ein Ereignis ansteht. Ob Aldi, Blumenladen oder Baumarkt – überall wurde damit geworben: „Am 10. Mai ist Muttertag“. „Uff, schon wieder!“ habe ich früher manchmal gestöhnt. Gerade war der Weihnachts- und Geburtstagsmarathon abgeebbt, da musste man sich schon wieder ein Geschenklein ausdenken. Als Kinder haben wir natürlich viel gebastelt, gemalt oder selbst ein Blümchen gepflückt. Dazu wollten wir der Mama was Gutes tun und haben sie damit überrascht, dass am Sonntagmorgen das Frühstück fertig war, wenn sie aufstand. Kleine Kinder, kleine Gesten – dafür aber umso schöner!

Nach vielen Muttertagsgeschenken, die ich mir schon ausgedacht habe in meinem Leben, habe ich mich letztes Jahr gefreut: „Zum ersten Mal bin ich selbst Mama – Juhu!“ Aber die Freude nahm ein jähes Ende, denn niemand interessierte sich für diese Tatsache. Mima war mit ihren sechs Monaten natürlich noch viel zu klein. Aber auch Papa Majsan fand den Tag nicht wichtig. „Das kann später mal Mima übernehmen. Du hast doch alles, was du brauchst“, meinte er lapidar. Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass daraufhin der Haussegen bei Familie Majsan ziemlich schief hing. Die Enttäuschung bereitete sich wie eine verdorbene Mahlzeit in meinem Bauch aus. Nicht, weil ich jetzt unbedingt etwas Materielles haben wollte, sondern weil schlichtweg ziemlich oft vergessen wird, was wir Mütter eigentlich alles leisten:

•    Den Tag durchorganisieren, planen und komplett nach dem Kind ausrichten
•    Einkaufen gehen und dafür sorgen, dass alle satt werden
•    Aufräumen, sauber machen
•    Wäscheberge von der Größe des Mount Everest abtragen
•    Dem Kind was beibringen
•    Mit dem Kind was unternehmen oder spielen
•    Nachts aufstehen, wenn das Kind weint
•    Arbeiten gehen

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus unserer Job-Beschreibung. Außer beim letzten Punkt besteht unser Lohn lediglich darin, ein Lächeln des Kindes zu kassieren. Was ja auch schön ist. Aber ein Lächeln des Papas trägt auch mal zu unserer Freude bei. Und daher finde ich den Muttertag nicht nur Kommerz, sondern sinnvoll. Mir ist eine selbstgepflückte Blume oder ein ehrliches Dankeschön viel wichtiger als ein riesiger Blumenstrauß oder ein Klunker. Es geht einfach um die Anerkennung dessen, was man so den ganzen Tag tut. Es wird oft als so selbstverständlich angesehen, dass es untergeht. Sätze wie „Ach, du bist nur beim Kind zu Hause!“, finde ich unmöglich. Was heißt da „nur“? Nach einem Tag zu Hause mit Kind bin ich abends viel müder als früher nach einem langen Arbeitstag im Büro – siehe Liste oben!

Nun ist nach einem Jahr wieder Muttertag und ich habe mich schon bei meiner Mutter und bei meiner Schwiegermutter bedankt. Heute erst verstehe ich so richtig, was auch sie alles geleistet haben und leisten und ich finde es richtig, einmal von Herzen „Danke!“ zu sagen. Ich habe das mit Blumen getan und von beiden ein Lächeln geerntet. Schade, dass man für so was extra einen Tag braucht. Sollte man nicht öfter mal übers Jahr seiner Mama „Danke“ sagen oder „Ich hab dich lieb“? Bestimmt! Aber da muss ich mich auch dran erinnern, es zu tun.

Was mich selbst angeht, habe ich mich trotz der Pleite vom letzten Jahr auf heute gefreut. Mima kam mir am Freitag im Kindergarten entgegen und hatte ein kleines Geschenklein für mich. Sie lief freudestrahlend auf mich zu und drückte es mir in die Hand. Ich war ganz gerührt. Nun bin ich gespannt, wie der Tag weiter läuft. Es ist schön sonnig und wir haben einen Ausflug geplant, das ist schon mal vielversprechend 😉

Und weil ich beschlossen habe, selbst etwas aufmerksamer zu sein, geht heute mein Dank an alle anderen Mamas! Das ist euer Tag – genießt ihn und lasst euch verwöhnen!

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