Archiv der Kategorie: Schwangerschaft

„Mima, deine Oma hat mir die Tür aufgemacht!“

Ein Satz, den ich möglichst niemals hören möchte

#Mama-Glück mit 20 oder lieber mit 40? Wann ist das „richtige Alter“, um ein Kind zu bekommen? Eine Antwort darauf gibt es nicht, denn die muss jede Familie für sich selbst finden. Ich war 35 und galt damit schon als „Risikoschwangere“, was mich sehr erstaunte. In den verschiedenen Kursen und Krabbelgruppen war ich immer eine der Ältesten. Allerdings waren die meisten anderen Mamas auch schon über 30 und damit nur ein paar Jahre jünger. Und ein paar Jahre hin oder her sind eigentlich auch egal. Oder?

Obwohl ich keine ganz junge Mama bin, haben mich die Presseberichte der letzten Wochen sehr erstaunt: Da erwartet eine 65-jährige Berlinerin Vierlinge! Überall wurde diese Geschichte diskutiert und sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Spiegel-Autorin Heike Le Ker fragte dazu in ihrem Artikel „Wollen wir alles, was wir können?“ – eine interessante Frage! Annegret R., die schwangere 65-Jährige, eine alleinerziehende Mutter, die schon 13 Kinder hat, sagt dazu: „Ich bin der Meinung, dass jeder sein Leben so leben sollte, wie er es möchte!“ Grundsätzlich sehe ich das ganz genauso, bin aber im vorliegenden Fall nicht mit ihr einer Meinung. Hier geht es schließlich nicht nur um ihr Leben, sondern auch das der Vierlinge und der 13 Kinder, die sie schon hat. Eine riesige Verantwortung, wie ich finde!

Es ist sicher sinnvoll, dass man als Frau ab einem gewissen Alter, und damit meine ich jetzt nicht 30 oder 40, sondern 50 und älter, auf natürlichem Weg keine Kinder mehr bekommen kann! Sinnvoll, sowohl für die Gesundheit der Mutter, als auch für die des Kindes. Wenn ich daran denke, dass ich mit 35 schon als „Risikoschwangere“ eingestuft wurde, wie hoch ist das Risiko dann mit 65?? Ich finde, dass die Mutter in diesem Fall ein zu hohes Risiko eingeht, sowohl für sich als auch für ihre bereits geborenen und noch ungeborenen Kinder. Selbst wenn alles gut läuft, was ich natürlich sehr hoffe, wie will eine 65-Jährige mit vier kleinen Babys und 13 Kindern klarkommen? Ich fand es manchmal als 35-Jährige mit einem Baby anstrengend. Mima hält auch die Großeltern auf Trab, wenn sie dort ist und die sind dann Abends entsprechend müde. Sie sind in einem ähnlichen Alter wie Annegret R. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass sie nächtelang „durchmachen“ und sich dann noch um 4 Babys kümmern könnten – und sie sind immerhin jeweils zu Zweit und nicht alleinerziehend wie Annegret R. Wie will die Frau das schaffen? Frage ich mich. Bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, ist sie immerhin fast 70.

Und überhaupt: Wer möchte denn gerne von einer über 70-jährigen Mutter eingeschult werden? Vor Jahren war ich mal bei einer Freundin zu Gast, die schon recht alte Eltern hat. Das bedeutet: Sie ist so alt wie ich, die Eltern mittlerweile Mitte 70. Ich hatte noch eine Bekannte dabei, die das nicht wusste. Sie sagte dann völlig unbedarft zu meiner Freundin: „Dein Opa hat uns eben die Tür aufgemacht!“, daraufhin meine Freundin wütend: „Der Opa ist mein Vater!!!“ Eine sehr peinliche Situation, von der ich niemals möchte, dass sie mir mit Mima passiert – auch wenn ich jetzt nicht die jüngste Mama bin. Wie muss es später erst den Kindern von Annegret R. ergehen? Sagen die Freunde der Vierlinge dann vielleicht: „Eure Ur-Oma hat uns die Tür aufgemacht.“? Vorstellbar wäre es. Was, wenn Annegret R. irgendwann mal nicht mehr so fit ist? Wie will sie ihren Kindern hinterherrennen? Mit dem Rollator? Die 80 wird sie erreichen, wenn die Kinder 15 sind. Wie werden die das wohl finden?

Abgesehen davon, besteht eine der schlimmsten Situationen im Leben darin, irgendwann die eigenen Eltern zu verlieren. Annegret R.s Vierlinge haben nur die Mutter und die ist schon in einem fortgeschrittenen Alter. Da ist die Gefahr größer, dass die Mutter krank werden und sich nicht mehr um sie kümmern könnte oder die Kinder noch minderjährig ihre Mutter verlieren könnten. Und dann wären sie gleich Vollwaisen. Wer würde sich um sie kümmern? Die 13 Geschwister? Ich hoffe natürlich sehr für die Kinder und die Mutter, dass diese Fälle nicht eintreten!

Klar soll jeder sein Leben so leben, wie er am glücklichsten ist – aber ohne andere dabei zu beeinträchtigen. Die Entscheidung von Annegret R. betrifft nicht nur sie selbst, sondern wie gesagt auch ihre 13 „großen“ Kinder und die vier Babys, die sie erwartet. Deshalb finde ich ihr Handeln verantwortungslos – sich selbst und ihren Kindern gegenüber.

Wie denkt ihr darüber? Hinterlasst mir gerne Kommentare.

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Barbiepuppe oder Mama-Figur?

Abnehmen oder zu den Pfunden stehen? – Eine interessante Frage!

„Wieso nimmt die nicht mal ab? Die Schwangerschaft ist doch jetzt schon über ein Jahr her!“, das könnte man denken, wenn man meinen Bauch heute mit meiner Figur von „früher“ vergleicht. Etwas ausgeleihert ist der Bauch, seit er dem Kind eine komfortable Wohnung geboten hat und rund um die Hüften ist es auch noch etwas mehr. Früher dachte ich immer, mit ein wenig Bauchtraining und Rückbildung ginge das wieder weg. Aber so einfach ist es nicht und die Frage ist auch: Muss es denn unbedingt wieder weggehen? Kann ich nicht stolz auf das sein, was mein Körper Enormes und Wunderbares geleistet hat? Dürfen davon nicht auch Spuren bleiben?

Die Gesellschaft meint: Nein! An allen Ecken und Enden grinsen uns scheinbar makellose, dürre Schönheiten von Plakaten an und in der Werbung wird uns vorgegaukelt, ein magerer Körper sei das einzig Wahre. Dabei lassen Stars teilweise ihre Körperteile doubeln, die sie selbst nicht schön finden und die Models werden mit Photoshop nachbearbeitet. Mit dem könnte ich auch ganz leicht abnehmen. Es wären nur ein paar Klicks und ich könnte dabei noch Schokolade essen 😉

In der Huffington Post hatte ich vor einigen Monaten einen tollen Artikel einer Mama gelesen, die stolz auf ihren Körper war, auch wenn er nicht dem „gängigen Schönheitsideal“ entsprach. (Erlaubt sei hier noch die Frage, was überhaupt Schönheit ist?) Außerdem gab es in der lokalen Zeitung vor einigen Wochen eine kleine Meldung über eine bekannte Hollywood-Schauspielerin, die drei Kinder hat und ebenfalls dazu steht, dass ihr Bauch nun anders aussieht als vorher. Im Internet habe ich mich für diesen Post auf die Suche nach diesen beiden Artikeln gemacht – erfolglos! Wisst ihr, was das Einzige war, was ich gefunden habe?? Nur Einträge wie: „Schlaffer Bauch nach Schwangerschaft – wie krieg ich ihn weg?“ „Fitness – Bauch wegtrainieren“ „Flacher Bauch – so geht’s“. Nirgendwo auch nur ein einziger Eintrag dazu, wie man sich selbst gut findet! Das zeigt mal wieder, wie unsere Welt so tickt. Was soll dieses zweifelhafte Schönheitsdiktat? Warum lassen wir uns nervös machen, wo doch sogar die Stars ihre „Problemzonen“ doubeln lassen? Warum sind wir so unzufrieden, wenn wir wie 90 Prozent der Bevölkerung eben keinen perfekt gestählten Body haben?

Ob Abnehmen oder nicht – jeder sollte es so handhaben, dass er sich in seinem eigenen Körper wohlfühlt und dass es ihm gut geht. Gesund bleiben ist immer noch das Wichtigste, ein paar Kilos hin oder her. Gelegentlich lasse auch ich mich von diesem „Schönheitswahn“ anstecken, auch wenn ich es eigentlich nicht will. In die Schwangerschaft gestartet war ich mit Idealgewicht. Die genaue Kilo-Zahl weiß ich gar nicht, da ich seit Jahren bewusst keine Waage mehr besitze. Das Zunehmen in der Schwangerschaft fand ich gewöhnungsbedürftig, aber ich freute mich sehr, als man den Babybauch deutlich als solchen erkennen konnte und war stolz darauf.

Am Ende der Schwangerschaft brachte ich dann 72 Kilo auf die Waage. Damit wog ich mehr als mein Mann. Ein seltsames Gefühl, aber es war ja „für den guten Zweck“. Nach der Geburt nahm ich mir vor, an Mimas erstem Geburtstag wieder mein Gewicht zu haben. Mit guten Vorsätzen ist es aber meistens so wie mit guten Ratschlägen: Sie werden in den Wind geschlagen! Und so bin ich heute immer noch gute 5 bis 6 Kilo von meinem Ziel entfernt (schätzungsweise, denn ich habe ja keine Waage). Ich esse etwas mehr als vor der Schwangerschaft, vor allem Kohlenhydrate. Vor dem Kind habe ich Brot am Abend gemieden und mir lieber einen Salat gemacht. Außerdem habe ich mich nur äußerst selten zu einem Stück Kuchen am Nachmittag überreden lassen.

Das ist jetzt anders geworden. Mima bekommt alle drei Stunden etwas zu essen, natürlich auch nachmittags. Und weil es so gemütlich ist, mache ich mir schnell einen Latte Macchiato. Dazu muss noch was Süßes. Als Mama wird man außerdem zu vielen Kaffeekränzchen und Babytreffs eingeladen, bei denen es die leckersten Kuchen gibt. Abends esse ich jetzt auch viel lieber Brot. Erstens bin ich viel zu faul, mir noch einen Salat zu machen und zweitens werde ich davon auch nicht mehr satt. Und ich muss satt werden, denn ich brauche meine Nerven. Mima läuft und krabbelt gern überall hin, vorzugsweise dorthin, wo es verboten ist. An manchen Tagen muss ich sie gefühlte 100 Mal von unseren Pflanzen fern halten. Dann ist die Stereoanlage dran, die wir in idealer Höhe für kleine Händchen stehen haben und so weiter. Abends bin ich dann einfach fertig und gönne mir auf der Couch noch einen kleinen Snack. Was machen schon so ein paar Lakritze oder das bisschen Chips?

Im Gegensatz dazu kam der Sport im letzten halben Jahr viel zu kurz. Meinen Vertrag im Fitnessstudio hatte ich nach der Geburt gekündigt. Er war mir viel zu teuer und zum Schluss machte mir der Sport dort keinen Spaß mehr. „Dann geh doch joggen!“, habe ich schon oft gehört. Hier lautet die Antwort eindeutig: „NEIN!!!“ Das wäre zwar einfach umzusetzen, aber ich hasse joggen! Und wenn ich Mima schon abgebe, dann nur für Sport, der mir auch Spaß macht.

Wenn ich dann in den Spiegel schaue, denke ich „Ich bin so wie ich bin und das ist gut so.“ Der Artikel aus der Huffington Post kam mir wieder in den Sinn. Von der Mama, die ihrem Körper gedankt hat, weil er in der Schwangerschaft etwas Wundervolles geleistet hat. Ja, es ist ein Wunder, dass ein kleiner Mensch neun Monate lang in meinem Körper gewachsen ist 🙂 Und wir sind beide gesund. Das ist doch das Wichtigste überhaupt. Den Ursprungsartikel habe ich im Netz leider nicht mehr gefunden. Dafür aber den inspirierend offenen Brief einer selbstbewussten Frau. Die fünffache Mama hatte es „gewagt“, sich im Bikini zu zeigen und war von Leuten wegen ihres Bauches gehänselt worden. Es ist unfassbar, wie gemein die Gesellschaft manchmal ist! Die mutige Mama hat dann schließlich einen Brief an die fiesen Leute geschrieben. Den fand ich richtig gut.

Auch ich habe grundsätzlich beschlossen, mich selbst zu mögen. Das gelingt mir mal mehr, mal weniger gut. Letztes Jahr im Dezember gelang es mir wieder einmal weniger und in einem Anfall von „Ich muss jetzt was tun“ habe ich ein teures Diätpaket bestellt. Eine Woche lang nur Shakes und Cracker sollte es geben. Ich fand aber immer einen Vorwand, warum ich das gerade jetzt eben NICHT durchziehen kann. Immerhin war Weihnachten und Silvester und Freunde luden uns zum Essen ein. Also steht das teure Paket immer noch in unserer Speisekammer herum (ein schönes Paradoxon 😉 Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, „es durchzuziehen“. In der Fastenzeit wäre ja ein guter Zeitpunkt, naja, vielleicht, mal schauen 😉 Vielleicht verkaufe ich das Paket aber auch einfach wieder – wer weiß!

Kleines Stäbchen – große Wirkung

Wie ein positiver Test das ganze Leben verändert hat

Irgendwie fühlte ich mich schlecht. Zum 100. Mal hatte ich mir nun die Nase geschnäuzt und bekam immer noch nicht richtig Luft. Außerdem tat mein Hals weh. Wir saßen beim Italiener und feierten meinen Geburtstag. Nach dem Essen brachte der Kellner Ramazotti zum Digestif. Eigentlich hätte ich besser einen Tee bestellt, aber da es eine Geburtstagsfeier war, trank ich das kleine Likörchen.

Am nächsten Tag schleppte ich mich auf die Arbeit, denn es standen wichtige Termine an. Das Kratzen im Hals wurde immer schlimmer. Nur mit einer Kanne Salbeitee, Hustenbonbons und einem großen Wasserglas bewaffnet überstand ich die folgende Konferenz. Ich war ungewöhnlich schweigsam. Konnte gut sein, dass sich mein Mund öffnete, aber kein Ton mehr rauskam. Danach ging ich zum Arzt. Er gab mir ein Rezept für homöopathische Erkältungsmittel.

„Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen!“ stand auf der Packungsbeilage der Halstabletten. Hm! Da kam ich zum ersten Mal ins Grübeln. Außer der Erkältung fühlte ich mich überhaupt nicht anders als sonst, aber so langsam nistete sich da doch so ein leiser Gedanke ein: Was, wenn doch? Nein, kann nicht sein! Ich ließ die Halstablette weg, trank den Erkältungssaft und legte mich schlafen. Am nächsten Tag ließ mir der Gedanke keine Ruhe und ich beschloss, einen Test zu machen. Ich wartete und wartete, blieb aber dabei ganz schön cool, denn ich glaubte nicht so recht daran. Auf dem Teststreifen zeigte sich eine dicke Linie und da – ganz allmählich – tauchte noch eine zweite, ganz feine Linie auf. „Könnte positiv sein, aber auch nicht“, dachte ich bei mir, fühlte aber schon so etwas wie eine kleine Freude aufsteigen. Ich beschloss, zum Arzt zu gehen. Doch der weilte gerade im Urlaub. Weil ich aber so neugierig war, meldete ich mich bei der Vertretung.

Die Arztpraxis war groß und geräumig und außer mir eine ganze Menge Patientinnen da. Ich sollte eine Urinprobe abgeben und eine Arzthelferin maß mir den Blutdruck. „Eigentlich macht man das doch nur bei alten Leuten. Was hat das mit einer möglichen Schwangerschaft zu tun?“, dachte ich so bei mir. Dann musste ich sehr, sehr lange warten. Im Wartezimmer lag ein Stapel Zeitschriften von Bunte, über Spiegel, bis hin zum Goldenen Blatt. Nach zweieinhalb Stunden hatte ich sie alle durch und fing an, am Handy zu spielen. Nach der dritten Runde Tetris wurde ich endlich aufgerufen. Eine freundliche Ärztin in meinem Alter empfing mich. „Also, worum geht es?“ „Ich bin schlimm erkältet“, krächzte ich mit meinem letzten bisschen Stimme. „Der Arzt hat mir Medikamente verschrieben, die man in der Schwangerschaft nicht nehmen darf. Um ganz sicher zu gehen, habe ich heute Morgen einen Test gemacht und der sah aus wie positiv.“ „Nun, bei uns auch“, grinste die Ärztin.

Wow – WAS hatte sie da gerade gesagt??? Hatte ich richtig gehört??? Ich war wirklich und tatsächlich schwanger??? Als mein Gehirn die positive Botschaft verarbeitete, machte mein Herz vor Freude Luftsprünge. Ein Glücksgefühl durchflutete mich und ich dachte nochmal „Wow – unglaublich!!!“ Das musste ich erst einmal auskosten, bevor ich weiterfragen konnte: „Äh, wie weit bin ich? Und wann kommt das Baby?“ „Ungefähr 6. Woche. Damit ist der Geburtstermin am 23. Oktober.“ Das war also der Stichtag, an dem ein kleines Wesen unser gesamtes Leben umkrempeln würde. Ich strahlte über das ganze Gesicht. „Lassen Sie sich in zwei, drei Wochen von Ihrem Arzt untersuchen, dann sieht man bestimmt schon was“, meinte sie und „herzlichen Glückwunsch!“ Mein Strahlen wurde noch größer, als ich mich bedankte und mit Schwung aus der Praxis rausging. Halsweh und Schnupfen waren vergessen.

Ich schwebte nach Hause und machte den Fernseher an, nur um irgendwas zu tun. Mein Mann war beim Zahnarzt. Mit einer Tüte und verschiedenen Zahnpasta-Tuben kam er nach Hause und erzählte von seinem Termin. Irgendwann bemerkte er mein Grinsen und fragte: „Sag mal, warst du beim Arzt?“ Ich nickte. „Und????“ Bei den Worten „Ja, wir bekommen ein Baby!“ nahmen wir uns ganz fest in die Arme und freuten uns einfach nur. Ab da war ich nicht mehr Majsan, sondern Mama Majsan. Das „Abenteuer Baby“ begann …