Zwischen Kugelbahn, Bobbycar und kleinen Spielkameraden

Mima ist jetzt offiziell „Kindergartenkind“

Zugegeben: Ein paar Tränchen sind schon geflossen. Für Mima, mich und die ganze Familie hat in den letzten beiden Wochen eine neue Ära begonnen: Mima wurde im Alter von 16 Monaten in den Kindergarten eingewöhnt. Wie erwartet, hat es gut geklappt.

Als wir am ersten Morgen voller Vorfreude in den Kindergarten kamen, erwartete uns dort eine Tafel mit der Aufschrift „Willkommen, Mima!“ Das war sehr einladend und machte Mut für die folgenden Schritte. Die führten ins Zimmer der kleinsten Gruppe, wo Mima ganz neugierig von ihrer Bezugserzieherin und den anderen Kindern empfangen wurde. Eine Stunde täglich sollte sie in ihrer ersten Woche bleiben. Von der Krabbelgruppe her kannte sie den Raum schon, was durchaus ein Vorteil war. Am Anfang drückte sie sich noch fest an mich, bis die Erzieherin Musik anmachte. Mima war sofort in ihrem Element und machte mit. Auch von einem Luftballon und der Kugelbahn ließ sie sich ablenken (wir haben die selbe Bahn zu Hause und sie spielt gerne damit). Irgendwann im Laufe der ersten Woche musste ich nicht mehr mit im Raum sein, sondern ich konnte mich neben der Tür auf einen Stuhl setzen und auf sie warten. Zwischendurch kam sie immer mal wieder, um mir etwas zu zeigen oder mich mitzuziehen – und wunderte sich, warum Mama so gar nicht in Spiellaune war. Mir kam es auch etwas komisch vor, denn ich durfte sie aus pädagogischen Gründen nicht ermutigen, mit mir zu spielen. Schließlich sollte sie sich „abnabeln“.

Einerseits ist es schön, wenn das Kind einen Schritt in Richtung Eigenständigkeit macht, andererseits nach über einem Jahr gemeinsamer Elternzeit auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Von meinem Stuhl aus konnte ich prima das Geschehen beobachten und mit anderen Eltern plaudern, die ihre Kinder vorbeibrachten. Einmal weinte ein kleiner Junge herzzerreißend, weil er seinen Papa nicht gehen lassen wollte. Da wurde auch mir das Herz schwer, denn ich erinnerte mich daran, dass ich als Kind selbst sehr geweint hatte. Der Vater des Jungen ging dann einfach und nach einer Weile ließ er sich von einer der Erzieherinnen trösten, um dann fröhlich zu spielen. „Sehr beruhigend!“, dachte ich mir. Dann kam auch für uns der Moment des Abschieds. Ich gab ihr einen Kuss und ging in den Flur – nur um zu hören, dass sie ebenso weinte. Das fiel mir schon schwer. Allerdings ging ich nicht weit weg in den Flur und machte es mir in der „Elternecke“ bequem.

Während ich an meine kleine Mima dachte, las ich mich durch ein paar Erziehungsratgeber, die der Kindergarten in der Elternbibliothek hatte und unterhielt mich mit anderen Eltern, die ihre Kinder brachten. So wurden es insgesamt gemütliche Vormittage, bei denen ich auch was Nützliches lernte. „Keine Angst, die nur-Nudeln-Phase geht vorbei“, stand in einem der Ratgeber zum Thema Essen. Das Mittagessen war nämlich über Wochen hinweg Aufreger Nummer 1 gewesen, weil Mima vieles verschmähte, Essen auf den Boden warf oder sich schlicht weigerte, irgendetwas anderes zu essen als trockenes Brot. „Zwingen Sie Ihr Kind niemals zum Essen. Es ist auch nicht schlimm, wenn es eine Mahlzeit ausfallen lässt. Der kleine Körper holt sich schon, was er braucht. Und seien Sie nicht genervt, wenn es nicht auf Anhieb klappt“. Aha, ich muss also cooler an die Thematik rangehen, war mir da klar.

Als ich gerade so schön vertieft in meine Lektüre war, kam die Erzieherin lachend um die Ecke. „Und, was macht meine Mima?“, fragte ich erwartungsvoll. „Alles gut, sie hat eben gleich aufgehört zu weinen und spielt fröhlich.“ Ich strahlte und freute mich, mein kleines Kindergartenmädchen „abzuholen“. Ich erblickte sie auf dem Bobbycar und rief gleich freudig: „Mima“. Sie drehte sich zu mir um, lächelte und warf sich dann in meine Arme. Hach, so ein schönes Gefühl 😉

In der zweiten Woche dehnten wir die Kindergarten-Zeit auf zwei Stunden aus und nahmen das Frühstück in Angriff. Ich machte ihr morgens ihre Trinkflasche, ein Pausenbrot und ein bisschen Obst zurecht und sie aß dann im Kindergarten ihr zweites Frühstück – mal mehr, mal weniger. Auch das klappte 😉 In der gesamten Eingewöhnungszeit machte Mima einen fröhlichen, ausgeglichenen Eindruck, wie ich es eigentlich auch erwartet hatte. Ich habe das Gefühl, dass ihr der Kontakt mit den anderen Kindern, mit ihrer Erzieherin und das viele „neue Spielzeug“ sehr gut tun. Dank des Essens-Ratgebers aus der Elternbibliothek haben wir gleich noch ein anderes großes Thema „gemeistert“: das leidige Mittagessen, das jetzt gar nicht mehr leidig, sondern echt entspannt ist. Mima bekommt jetzt nur noch unser „ganz normales Essen“. Wenn sie es isst, ist es gut, wenn nicht, auch okay. Vor einigen Tagen hat sie bei ihrer Oma tatsächlich Fischspieße mit Garnelen, Tintenfischen und Muscheln verspeist. Ich war sprachlos und mächtig stolz auf mein großes Kindergartenmädchen 😉

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