Style naja – Komfort oha: Der Warmduscher-Kinderwagen

Noch mehr Sachen, die Mama das Leben leichter machen

Trinkflasche, Feuchttücher, noch ein Spielzeug – wenn ich mit Mima das Haus verlasse, und sei es auch nur für ein, zwei Stunden, achte ich peinlich genau darauf, dass ich auch alles dabei habe. Wenn sie es mir vorher nicht heimlich aus der Tasche wieder herausgeräumt hat (mittlerweile kann sie auch den Reißverschluss öffnen), habe ich zu 90 Prozent immer alles dabei, was sie braucht.

Bei mir selbst ist es umgekehrt (siehe auch meinen Artikel zum Pekip). Mal habe ich meine Stofftasche vergessen, mal meinen Einkaufszettel. Einmal bin ich sogar ohne Geldbeutel weg, was dazu geführt hat, dass wir vor der Bäckerei postwenden wieder umkehren konnten. Ich war nur froh, dass ich es noch vor dem Bestellen und Bezahlen gemerkt habe. Auch wenn wir zum Wochenmarkt gehen, bin ich meistens gut ausgestattet – was Mima angeht. Zu den Sachen, die ich dabei habe, bekommt sie meistens noch eine Brezel. Als letztes Jahr im Herbst die Sonne wunderbar warm schien, waren wir am Samstagmorgen unterwegs. Bei dem schönen Wetter hatte ich Lust auf einen frischgepressten Smoothie, den ich mir dann auch gönnte. Ich trank ein paar Schlucke und wollte dann mit dem Kinderwagen weiter, musste aber feststellen, dass mir wieder mal eine Extra-Hand fehlte. So griff ich den Becher UND den Kinderwagen (Mama ist ja multitasking-fähig) und wollte weiter fahren. Dumm nur, dass auf dem Marktplatz überwiegend Kopfsteinpflaster ist! Es kam wie es kommen musste: Eines der Räder blieb in einer Pflasterstein-Ritze stecken und der ganze Smoothie schwappte über. Nicht nur über meine Klamotten, das wäre ja noch zu verschmerzen gewesen. Nein, auch noch über den Griff vom Kinderwagen und mitten in meine Einkaufstüten! Das Brot und den Geldbeutel konnte ich gerade noch retten, alles andere war orange gebatikt. Hätte ich mir mal die Zeit genommen und den Smoothie gleich getrunken 😉

Da fiel mir plötzlich ein Spaziergang mit Freunden von mir ein, die auch ein kleines Kind haben. Die hatten sich tatsächlich einen Becherhalter an ihren Kinderwagen montiert. Und der diente nicht etwa für die Flasche vom Kleinen, sondern war für den Coffee to go der Eltern gedacht. „Geniale Idee, sowas besorge ich mir auch“, überlegte ich, denn gerade jetzt im Winter trinke ich auch gerne mal einen Coffee to go. Dann fiel mir noch ein, dass andere Freunde, die gerade Eltern geworden sind, noch etwas Praktisches besitzen: ein Handmuff am Kinderwagengriff, damit die Hände nicht frieren. Klar kann man auch Handschuhe anziehen, aber das ist gerade beim Einkaufen mit Kind sehr unpraktisch. Ständig muss man die Dinger an und ausziehen, etwa weil man seinem Kind die Trinkflasche geben oder ihm im Geschäft die Mütze ausziehen will. Da braucht man schon etwas mehr Fingerspitzengefühl als Yeti. Ich bestellte mir den Flaschenhalter und den Muff im Internet und erzählte meinem Mann mal nix davon, denn er hatte mich wegen dieser Ideen ausgelacht. „So einen Firlefanz braucht man nicht“, war seine Devise. Naja, er geht ja auch im Gegensatz zu mir nur ganz selten mit Kind einkaufen. Und er muss den Kinderwagen auch nicht täglich schieben.

Als meine Päckchen ankamen, machten beide Produkte zunächst den Eindruck, OK zu sein. Ich hatte nämlich in beiden Fällen eine günstige Variante gewählt, weil ich nicht wusste, ob die Sachen überhaupt etwas taugen. Manchmal ist es ja so, dass auch teure Produkte den Ansprüchen nicht unbedingt genügen. Mein Mann schüttelte nur grinsend den Kopf, war aber schon davon überzeugt, dass die Muffe (den Plural von „Muff“ musste ich erst mal im Duden nachsehen. Ich hätte schwören können, es heißt „Müffe“ 😉 warm halten. Im Internet gab es „durchgängige Modelle“ (ein Teil für beide Hände) oder zweiteilige Modelle (kleinere Teile für jeweils eine Hand). Ich wählte das zweiteilige Modell, da man das auch an einem Buggy befestigen kann, der ja zwei Griffe hat. Damit sollte ich genau richtig liegen.

An einem kalten Wintertag beschloss ich, beides bei einem Einkauf in der Stadt auszuprobieren. Ich packte die Sachen für Mima ein und nahm mir eine Flasche Wasser mit. Dafür ließ ich die dicken Handschuhe zu Hause. Auf dem Parkplatz „montierte“ ich die Sachen. Dabei kam ich mir schon ein wenig komisch vor. Der Becherhalter machte einen billigen Eindruck, ließ sich aber gut montieren und justieren. Meine kleine Wasserflasche passte gut hinein. Dann pinnte ich die Muffe an den Griff und musste furchtbar lachen: „Sieht aus wie ein Warmduscher-Kinderwagen“, schoss es mir durch den Kopf. Ich stellte mir vor, wie mein Mann DIESES Ding schiebt und musste noch mehr lachen. Mima lachte mit. Ich steckte die Hände in die Muffe und fühlte gleich die wohlige Wärme an dem kalten Tag. Beschwingt und voller Freude über diesen Komfort ging ich Richtung Innenstadt. Unterwegs stellte ich fest, dass es wegen der Druckknöpfe links und rechts etwas reinzieht, aber insgesamt blieben meine Hände warm. Als ich in ein Geschäft ging, holte ich die Hände einfach raus und schob die Dinger zur Seite. Es war also genau die richtige Entscheidung, zwei getrennte Teile bestellt zu haben. Wir kauften ein und auch der Flaschenhalter hielt Stand.

Wieder am Auto kam noch der letzte große Test: Lässt sich der Warmduscher-Wagen auch wieder einklappen? Er ließ! Ich bin jedenfalls glücklich mit meinen kleinen Dingen, die mir den Mama-Alltag erleichtern. Papa Majsan ging mit uns und dem Gefährt an einem kalten Winternachmittag in den Zoo. Zunächst schob er die Muffe demonstrativ zur Seite. Nach einer Weile sah ich, wie er doch eine Hand drin hatte und mit der anderen geistesabwesend aus der Wasserflasche trank, die im Becherhalter steckte. Wir wechselten einen Blick und mussten beide lachen. Auch er kann mittlerweile den Warmduscher-Komfort genießen.

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3 Gedanken zu „Style naja – Komfort oha: Der Warmduscher-Kinderwagen

  1. Kiki

    Als ich letzte Woche das erste Mal die Kinderwagen-Handschuhe gesehen hab fand ich sie lächerlich, mein Freund wollte sie unbedingt haben. Er hat mich überzeugt, dass wir die brauchen werden und wir sind uns auch beim Modell und dessen Farbe einig geworden 🙂
    Coole Features kann es für meinen Freund glaube ich nicht genug am Kinderwagen geben, solange sie nicht rosa oder lila sind 😉

    Antwort
  2. Manati

    Warmduscher-Kinderwagen…ich lach mich schlapp! :`-)
    Ich muss gestehen, auch wenn unser Kinderwagen noch nicht im Einsatz ist, ich habe mir direkt einen Becherhalter dazu bestellt (Kaffeejunkie…). Gut, sieht hier auf dem Land vermutlich etwas blöd aus, wenn ich im Wald dann mit nem Coffee to go rumschiebe (hmm, dann muss ich mir auch noch so nen schicken Thermobehälter zuelegen fällt mir gerade ein..).Aber auch den Muff finde ich eine super Idee, die wird auf alle Fälle mal für den nächsten Winter im Hinterkopf gespeichert!
    LG

    Antwort
  3. Peggy

    Es gibt mittlerweile ja schon wirklich viele Extras für den Kinderwagen, ich finde sie teilweise aber wirklich praktisch. Dann doch lieber einen Warmduscher Kinderwagen als kalte Hände 😉

    Antwort

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