Happy Holidays

Konzept Kinderhotel hat sich bewährt – wir sind aus dem Urlaub zurück!

Morgens schön ausschlafen, irgendwann ans Frühstücksbüffet, am späten Vormittag zu einem Ausflug aufbrechen und abends irgendwo essen, wo es uns gefällt. So sahen bisher unsere Urlaube aus – natürlich ohne Kind. „Wie wird es mit Kind sein? Wo sollen wir hinfahren und was wollen wir unternehmen?“ fragte ich mich. Einige Freunde mit kleinen Kindern waren schon in Kinderhotels, die unter dem Oberbegriff „familotel“ zusammengefasst sind. Sie waren von dem Konzept überzeugt und rieten uns, es auch einmal auszuprobieren. Jetzt im Januar, bevor es so richtig losgeht mit der Arbeit und der Terminkalender wieder überquillt, wollten wir uns eine kleine Pause vom Alltag gönnen und tatsächlich fünf Tage in ein Kinderhotel fahren. Ich freute mich auf die Aussicht, Mima dort auch mal abgeben zu können.

Im Vorfeld schauten wir uns ziemlich viele Hotelseiten an, wägten ab, überlegten hin und her. Denn der Preis für die paar Tage war für uns drei schon recht heftig: Für 230 Euro am Tag hätten wir fast unseren USA-Trip wiederholen können. Irgendwann hatten wir uns entschieden und ein kleines Hotel gefunden, das nur eineinhalb Autostunden von uns entfernt lag. Voller Vorfreude machte ich mich ans Packen, was sich als nicht so einfach herausstellte. Der Packaufwand mit Kind hat sich gegenüber vorher mehr als verfünffacht: Hier noch einen warmen Skianzug einpacken, Schlafsack und Schnullis nicht vergessen, die Wickeltasche packen etc. Irgendwie fielen mir tausend Kleinigkeiten ein, die auch noch mitmussten, inklusive Lieblingsspielzeug versteht sich. Dazwischen Mima, die mittlerweile sehr mobil ist und auch laufen kann. Ständig drängte sie sich zwischen mich und den Koffer, zog Unterhosen heraus und legte dafür Wäscheklammern hinein. Nach einem regelrechten Packmarathon von einem ganzen Vormittag war das Auto schließlich bis unters Dach gefüllt und es konnte losgehen.

Unterwegs genossen wir die Landschaft und ließen unserer Vorfreude noch einmal freien Lauf. Das Hotel sah von außen tatsächlich aus wie auf der Homepage. Drinnen empfing uns eine sehr freundliche junge Frau und zeigte uns bei einem Rundgang die gesamten Vorzüge: das Restaurant, das Schwimmbad, die Spielzimmer für Kinder und schließlich den Raum mit der Kinderbetreuung. Die war gerade in vollem Gang. Zwischen Bastel- und Spielsachen stellten sich die beiden Betreuerinnen vor, die uns auf Anhieb sehr sympathisch waren. Auch unser Zimmer sah genauso aus wie im Internet und war mit Wasserkocher, Flaschenwärmer, Gitterbettchen und geräumigem Bad gut ausgestattet. „Sehr schön hier!“, waren wir uns einig und freuten uns auf einen Spaziergang und unser erstes Abendessen.

Im Speisesaal war so richtig Leben: Überall wuselten größere und kleinere Kinder herum, wurden Babys herumgetragen und gefüttert, einige Kinder malten in den bereitgestellten Malbüchern herum. „Super, hier können wir Mima wenigstens ein wenig laufen lassen, ohne dass es jemanden stört“, meinte mein Mann. Seit sie laufen kann, sind nämlich Restaurantbesuche für uns eher zum Stressfaktor geworden. Der Tisch war schön gedeckt, auch für Mima. Es gab einen Hochstuhl, Plastikgeschirr und sogar ein frisches Lätzchen lag bereit. Für sie gab es einen Teller Spätzle, für uns ein Dreigängemenü mit Salat vom Büffet und einem leckeren Nachtisch. Alles war aus frischen Zutaten gekocht, schön angerichtet und sehr lecker. Wir waren zufrieden, nur Mima nicht! Sie verschmähte die Spätzle und fing laut an, zu schreien. Zum Glück störte es in dieser Umgebung niemanden. Auf einem Tisch standen verschiedene Abendbreie zum Selbstanrühren. Wir bestellten heißes Wasser dazu und so bekam sie eben ihren Brei. Auch Brot in allen Formen und Variationen war bei ihr der Renner. Am liebsten würde sie nämlich zur Zeit nur Brot in sich hineinstopfen. Nach etwa 15 Minuten war sie satt. Wir mussten sie aus dem Stuhl holen, hatten aber noch keinen Hauptgang und noch kein Dessert. Da kam ein kleiner Junge etwa im gleichen Alter zu uns an den Tisch und lächelte Mima an. Das war der Beginn einer Freundschaft. Wir ließen Mima mit dem Jungen spielen und kamen mit den Eltern ins Gespräch, die am Nachbartisch saßen. Wir erfuhren, dass sie aus dem gleichen Bundesland kamen und einen ähnlichen beruflichen Hintergrund hatten wie wir. Sie hatten auch einige Ausflugstipps für uns parat.

So wanderten wir in den nächsten beiden Tagen auf Kinderwagen-freundlichen Wegen zu zwei Hütten. Im Hotel hätten wir uns sogar einen Kinderwagen leihen können, aber wir wollten lieber unseren eigenen Wagen benutzen. Beide Hütten waren sehr schön eingerichtet und ich aß den leckersten Zwetschgenkuchen meines Lebens. Mit der Familie vom Nachbartisch teilten wir die Erlebnisse der Tage und tranken abends an der Hotelbar noch einen Cocktail. An unserem dritten Tag reisten sie ab, gaben uns aber noch ihre Kontaktdaten. Das zeigte einmal mehr, dass man mit Kindern sehr schnell nette Freunde findet.

Trotz dem Superkomfort im Hotel wurde ich langsam ein bisschen unruhig. Ich liebe Mima sehr, aber ich sehnte mich danach, sie auch mal in dem Kinderland abzugeben und Zeit für uns zu haben. Mein Mann dagegen genoss es, ganze Tage mit ihr zu verbringen. Kinderbetreuung gab es immer von 10 bis 17 Uhr und von 19 bis 21 Uhr, außer sonntags. Schließlich einigten wir uns darauf, sie für 45 Minuten in das Kinderland zu bringen und in dieser Zeit selbst in die hoteleigene Sauna zu gehen. Die Betreuerinnen freuten sich über den neuen Gast. Wir füllten noch einen Zettel mit unseren Kontaktdaten aus und Mima winkte uns zum Abschied zu. Etwas komisch war es dann schon, sie so bei „fremden Leuten“ zurückzulassen, denn bisher hatten immer nur die Großeltern oder Tanten und Onkel auf Mima aufgepasst.

Wir schlüpften in unsere Hotelbademäntel und erkundeten den kleinen, aber feinen Wellnessbereich. Es gab ein Schwimmbecken für Kleinkinder mit Wasserspielzeug und ein größeres Becken, in dem sich Erwachsene und Kinder austoben konnten. Dahinter lag der Saunabereich mit Dampfbad, 80-Grad-Sauna und Biosauna. Dazu gab es Liegen und Fußbecken. Wir schwitzten und dachten dabei an Mima in der Kinderbetreuung. Gleichzeitig gelang es uns aber auch, etwas zu entspannen. Nach 45 Minuten holten wir eine total zufriedene Mima bei sehr zufriedenen Betreuerinnen ab. „Es hat super geklappt!“, versicherten sie uns. Das war auch eine neue Erfahrung für uns und wieder ein Entwicklungsschritt, den unsere kleine Maus gemeistert hatte! Wir beschlossen anschließend, sie auch umzuziehen und mit ihr noch eine Runde ins Schwimmbad zu gehen. Schon als sie das Wasser sah, fing sie vor Freude an zu strampeln und genoss ihr Bad in den Armen von Papa.

Abends am Essenstisch ging dann das Drama wieder los: Mima wollte partout nicht essen. Auch das Kindermittagessen in der Bar verschmähte sie. Es gingen nur Gläschen, Brei und Brot – und das war immer sehr schnell aufgegessen! Zum Glück waren die Bedienungen sehr verständnisvoll, was unser Chaos in und um den Tisch anging. Einmal, als Mima nicht essen wollte, kam „Happy“ vorbei, ein Clown und gleichzeitig das Maskottchen des Hotels. Er strich Mima über die Wange und machte ein bisschen Spaß mit ihr. Davon ließ sie sich kurz ablenken. Als Happy aber weitergegangen war, fing es von vorne an. „Ach wie schön wäre es, in Ruhe essen zu können, ohne dass jemand mit Mima herumlaufen muss!“, sagte ich. „Aber Moment mal. Wir haben jetzt 20 Uhr. Sind nicht die Kinderbetreuerinnen bis 21 Uhr da?“, meinte mein Mann. Wir fingen beide an zu grinsen und brachten Mima ins Kinderland. Sie spielte dort zufrieden und wir genossen unseren Hauptgang und das Dessert. So hielten wir es auch die restlichen Abende. Tagsüber unternahmen wir was und nachmittags gingen wir ohne Mima saunieren und später mit Mima schwimmen.

Das Hotel bot wirklich eine prima Erholung – für Eltern und Kind. Und Mima machte Fortschritte. Zwar nicht beim Essen, dafür aber beim Laufen. Sie bekam im Urlaub ihre ersten Lauflern-Schuhe und stieg mit dem Papa ihre erste Treppe hoch. In der Kinderbetreuung vergnügte sie sich auf der Rutschbahn und im Bällebad. Wir alle genossen die freie Zeit fernab vom Alltag und ließen uns so richtig verwöhnen. Der etwas höhere Preis für die gesamte Kinderausstattung und den Wellnessbereich im Hotel hat sich mehr als gelohnt – jederzeit wieder

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4 Gedanken zu „Happy Holidays

  1. Manati

    Das klingt vetrauenserweckend und macht Mut für den Urlaub mit Kind =) Ich bin gerade schwanger und eigentlich eine richtige Reisetante- vor meinen geistigen Auge sah ich mich aber bislang für die nächsten Jahre entweder komplett urlaubslos oder in einem gemieteten Appartement irgendwo im bayerischen Wald (ja nicht zu lange Anreise!), gestresst, ohne Erholung und mit dem gleichen Haushalt wie daheim. Ich bin gerade etwas optimistischer gestimmt, dass auch mit kleinem Kind ein erholsamer Kurzurlaub möglich ist- danke für den schönen Bericht!
    LG, Manati

    Antwort
    1. mamamajsan Autor

      Hallo Manati, es freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat und ich dir etwas Mut machen konnte 🙂 Ich bin auch eine Reisetante, habe aber mit Kind tatsächlich die „Nahziele“ im Umkreis von 100 bis 300 km entdeckt (der bayerische Wald war noch nicht dabei 😉 Ich muss sagen, auch da kann man sich eine prima Auszeit aus dem Mama-Alltag gönnen. Die weiteren Ziele sind dann wieder dran, wenn Mima ein wenig größer ist. Alles Gute für dich und dein Baby! LG Mama Majsan

      Antwort
  2. Katharina

    Danke für diesen schönen Bericht 🙂 In diesem Sommer wollen wir erstmal Urlaub in einem Ferienhaus an der Ostsee machen 🙂 Aber im nächsten Jahr wäre so ein Familienhotel eine gute Option für uns, weil bis dahin unser Kleiner auch mobiler ist und mehr von den Angeboten wahrnehmen kann 🙂

    Antwort

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