Ein Prosit der Gemütlichkeit

Es muss nicht unbedingt die große Silvestergala sein

„Millenium“ – das war ein Schlagwort, mit dem die Presse fast das gesamte Jahr 1999 füllen konnte. Denn es stand ja der Jahreswechsel auf 2000 an. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Was wurde damals nicht alles orakelt: Pessimisten erwarteten das Versagen der Technik, den endgültigen Klimawandel und sogar –wie schon so oft – den Weltuntergang. Ich war gespannt, was passieren würde. Zumindest die Technik machte mir ein bisschen Angst, denn ich musste am 1.1.2000 arbeiten. Vorher wollte ich aber noch so richtig feiern. Ich kaufte mir ein chices, bodenlanges Ballkleid und besorgte Karten für eine besondere Milleniums-Party in einer örtlichen Disko. Schließlich wollte ich das Millenium würdevoll begehen und nicht im heimischen Partykeller Flaschendrehen spielen und aus einen Bierstiefel trinken (okay, an den Aktivitäten sieht man, dass ich damals noch jünger war 😉

Der mit Spannung erwartete Abend kam. Ich warf mich in Schale und trug ausnahmsweise mal richtig dick Schminke auf. Dann fuhren wir Richtung Disko. Schon auf der Fahrt stellte ich fest, dass die festliche Bluse, die ich mir zum Kleid gekauft hatte, ziemlich kratzte. Als wir endlich einen freien Parkplatz gefunden hatten, wurde es langsam unerträglich. Auch die ungewohnte Schminke juckte mir im Gesicht – aber, wer schön sein will… Endlich vor der Disko angekommen, standen wir erst einmal 45 Minuten draußen im Kalten in der Schlange. Die festliche Stimmung erlitt einen ersten Dämpfer. Drinnen angekommen war es genauso voll, aber ich konnte wenigstens endlich nach weiteren 45 Minuten in der Garderobenschlange meine kratzende Bluse loswerden. Jetzt sollte die Party aber wirklich beginnen! Ich freute mich auf etwas Stimmung, aber der DJ hatte sich erst einmal auf Techno eingeschworen. „Was soll´s?“ dachte ich und tanzte trotzdem (Techno finde ich ungefähr so angenehm wie die jährliche Steuererklärung). Als die Techno-Einlage gar nicht enden wollte, beschlossen wir, uns auf das Buffet zu stürzen, das auf den Karten groß angekündigt und im stolzen Preis für die Eintrittskarten inklusive war. In einer verrauchten Ecke verteilte ein Barmann Teller. Darauf: drei Oliven, eine Scheibe Salami und ein Stück Weißbrot. Nun ja, unter Buffet hatte ich mir irgendwie was anderes vorgestellt. Ich versuchte, den Hunger mit einer Cola zu bekämpfen.

Um Mitternacht gingen wir dann raus, um ein paar Raketen abzuschießen. Und weil es das Millenium war, feuerten noch mehr Leute „ein paar“ Raketen ab als in den Vorjahren. Statt Sekt zu trinken, war ich eigentlich nur damit beschäftigt, irgendwelchen Feuerwerken auszuweichen. Durchgefroren und mit blauen Flecken feierten wir später drinnen weiter – beim gewohnten Technodröhnen. Sehnsüchtig dachte ich an die Silvesterfeiern im heimischen Partykeller. Nach einer weiteren halben Stunde reichte es mir mit der Milleniums-Gala. Ich verwies auf meinen Arbeitstag am 1.1. und darauf, dass ich ja erst noch nach der Technik sehen müsse und ließ mich nach Hause fahren. Der erste Arbeitstag im neuen Jahrtausend war etwas erfolgreicher als die zugehörige Party. Die Technik funktionierte wie im vorangegangenen Jahrtausend auch und nach ein paar Meldungen über Millenium-Partys war es dann auch schnell vorbei.

Wenn ich mich so zurückerinnere, war die Milleniums-Silvester-Party mit Abstand die ödeste, die ich je erlebt hatte. In den kommenden Jahren konzentrierte ich mich überwiegend wieder auf den Partykeller und eine Handvoll Freunde. Auch als Mama kommt einem das sehr zugute. An Silvester wollen alle irgendetwas Besonderes machen, auf Galas gehen, in ein chices Restaurant etc. Also fallen die potenziellen Babysitter aus. „Am besten und gemütlichsten mit Kind ist es doch daheim“, dachte ich und so haben wir für heute Abend ein schönes, traditionelles Raclette-Essen mit ein paar Freunden und Brettspielen bei uns zu Hause geplant. So können wir die Kleine ins Bett legen und gemütlich ein paar Runden spielen und plaudern. Den Bierstiefel haben wir mittlerweile durch Wein und Secco ersetzt und mit dem stoßen wir um Mitternacht auch draußen bei einem kleinen Feuerwerk und Wunderkerzen an. Verletzungen durch umherfliegende Böller, knurrende Mägen und Technoklänge können wir uns auf diese Weise wunderbar ersparen. Ich hoffe, dass diejenigen, die auf Galas oder festliche Abendessen gehen, etwas mehr auf ihre Kosten kommen als ich damals am Millenium.

Ob Gala oder gemütlich daheim: Mima und ich wünschen euch allen eine Super-Silvesterfeier, einen guten Rutsch ins neue Jahr und für 2015 viel Glück, Zufriedenheit und Gesundheit!

Viel Glück, Zufriedenheit und Gesundheit im neuen Jahr wünschen euch Mama Majsan und Mima
Erst ist es ein Geschenk in einer Dose.

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Nach der Zugabe von Wasser fängt es an zu sprudeln…

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und verwandelt sich in einen kleinen Glücksbringer 🙂

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