Oh du wirklich fröhliche…

Weihnachten mit Kind ist was ganz Besonderes

Ich liege im Schwimmbad und genieße die Sonne. 25 Grad sind Mitte September schon beachtlich, da muss man die letzten Tage der Schwimmbadsaison nochmal so richtig ausnutzen. Danach fällt mir ein, dass ich noch Milch brauche und fahre zum Supermarkt. Als ich dort ankomme, traue ich meinen Augen nicht: Es füllen doch tatsächlich schon Lebkuchen und Spekulatius die Regale und dabei hat noch nicht einmal die Weinlese begonnen! Bei 25 Grad im Schatten fühle ich mich in einer verkehrten Welt.

Ganz ehrlich, in den letzten Jahren hat mich diese Konsumwut im Zusammenhang mit Weihnachten nur noch genervt. Kaum sind die Sommerferien vorbei, stehen auch schon Schoko-Nikoläuse in den Läden und die Zeitung wird immer dicker, weil eine ganze Armada Papiermüll, oh, Entschuldigung, Werbung, herausfällt. Weihnachten bedeutete eigentlich nur noch eins: Stress! Geschenke besorgen, das Fest planen, auf Weihnachtsfeiern gehen, backen. Adventsstimmung kam höchstens noch bei einem Weihnachtsmarktbesuch auf.
Wie schön war es damals als Kind, als man sich jeden Tag auf das Türchen am Adventskalender freute, auf den Nikolaus wartete und Weihnachtslieder sang. Die Vorfreude aufs Fest war damals einmalig. Wir schrieben zum Beispiel zu Hause immer Wunschzettel, steckten sie in einen Umschlag und klemmten diesen zwischen die Pflanzen am Wohnzimmerfenster. Wie groß war die Aufregung, wenn der Brief tatsächlich verschwunden war! Das Christkind hatte ihn mitgenommen. Und dann war endlich Heiligabend. Nach einer feierlichen Messe kam der magische Moment, in dem sich das Christkind ankündigte. Wir warteten gespannt am Fenster, bis das Glöckchen bimmelte und unsere Geschenke unter dem Weihnachtsbaum lagen. Es hatte was Zauberhaftes an sich, noch an das Christkind und den Weihnachtsmann zu glauben!

Ohne kindliche Magie oder Kinder war Weihnachten in den Jahren des Erwachsenen-Daseins nur ein weiterer Termin im Jahreskalender, der auch noch abgearbeitet werden musste. Und oft musste ich sogar an Weihnachten arbeiten, so war denn auch zwischen zwei Schichten, dem Abendessen und der Bescherung die ganze Festtagsstimmung dahin. Aber dieses Jahr war die Adventszeit was ganz Besonderes, denn es ist das zweite Weihnachten mit meiner kleinen Mima. Auch das letzte Weihnachten war schön, aber sie hat noch nicht so viel davon mitbekommen und wir waren mit unserem Neugeborenen und der neuen Lebenssituation so beschäftigt, dass es recht schnell verging. In diesem Jahr aber bekommt sie schon etwas von der Stimmung mit.

Vor ein paar Wochen mussten wir abends noch etwas an die frische Luft. Ich schnappte mir den Kinderwagen und wir liefen eine Runde durchs Dorf, bis unser Blick auf den geschmückten und beleuchteten Weihnachtsbaum fiel, der vor dem Rathaus steht. Die Lichter zauberten Mima ein Lächeln aufs Gesicht und sie zeigte aufgeregt darauf. Wir blieben einen Moment stehen und schauten uns zusammen den schönen Baum ausgiebig an. Ein paar Tage später wurde es richtig kalt und mein Mann und ich bekamen Lust auf einen Glühwein. Da machten wir einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt und auch dort kam Mima ins Staunen, als sie die Buden und die Leute sah. Außerdem gab es ein hübsch beleuchtetes, altertümliches Karussell mit Weihnachtsmusik. Wir beschlossen, eine Runde mit ihr auf dem Karussell zu drehen. Mima fand es aber nicht so schön wie wir und weinte die ganze Zeit. Aber die zweite und dritte Fahrt ein paar Tage später fand sie dann doch noch toll.

Und dann kam zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder der Nikolaus zu uns nach Hause. In einem Geschäft hatte ich die passenden Utensilien gekauft. Ich setzte mir eine billige Nikolausmütze auf und schnappte mir einen kleinen Nikolaus-Sack. Dann sang ich „Lasst uns froh und munter sein“ und ließ Mima und ihren Papa in den Sack greifen. Mima zog ein „Smartphone“ heraus (ein ganz uneigennütziges Geschenk, denn seitdem kann ich ihr das in die Hand drücken, wenn sie mal wieder mit meinem spielen will) und für den Papa gabs einen Schoko-Teddy. Wir spielten noch ein bisschen mit Mima und ihrem neuen Smartphone und brachten dann ein zufriedenes Kind ins Bett.

Das sind nur ein paar der Kleinigkeiten, die die Adventszeit mit Baby so schön machen. Man genießt die kleinen Momente und erinnert sich an seine eigene Kinderzeit. Vor kurzem musste ich lachen, als meine Mutter ein paar alte Briefe hervorholte. Die kamen mir sehr bekannt vor: „An das Christkind“ stand da in einer krakeligen Kinderschrift, die eindeutig meine war. Wir machten die Wunschzettel auf und lasen interessiert, was ich mir damals so alles gewünscht hatte. Schöne Erinnerungen waren das und ich fand es toll, dass das „Christkind“ sie alle aufbewahrt hatte!

Solche magischen Momente möchte ich nun meinem eigenen Kind auch bescheren und freue mich deshalb auch selbst wieder auf Weihnachten. Kinder lehren uns, die kleinen Dinge des Lebens richtig zu genießen und nicht im Alltagstrott und Konsumwahn unterzugehen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Weihnachten mit vielen schönen Momenten. Genießt die Zeit!

Advertisements

2 Gedanken zu „Oh du wirklich fröhliche…

  1. Marie

    Ja, Weihnachten mit Kindern ist etwas ganz Besonderes. Jedes Jahr wieder, auch wenn die Kinder größer werden.
    Schöner neuer Blog! Bin gespannt, wie es weitergeht!
    Liebe Grüße
    Marie

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s