Von Rasseln, Rhythmen und Reiterliedern

Musik macht Spaß – dem Baby und der Mama

Träge zogen die Boote vorüber. Ich lag mit meinem dicken Bauch gemütlich auf der Liege und schaute den Segelschiffen auf dem nahen Bodensee zu. Wir genossen dort unseren letzten Urlaub zu Zweit. Ein paar Wochen vorher hatte ich mir ein paar CDs gekauft: „Klänge für Mama und Baby, Melodien für Mutter und Kind“ etc. Irgendwo hatte ich gelesen, dass Mozart schon im Mutterleib das Kind klug und musikbegabt machen soll. Mittlerweile ist diese „Weisheit“ aber wohl auch schon wieder überholt. Weil ich selbst gern Musik höre, dachte ich, dem Baby könnte es auch gefallen. Dass es schlau würde, hoffte ich eh 😉

Ich kramte meinen Uralt-Discman von anno dazumal raus und nahm ihn mit in den Urlaub. Einen Stöpsel steckte ich in mein Ohr, den anderen in meinen Bauchnabel. Ich bildete mir ein, dass das Baby die Musik so besser hören konnte. Und da – zack! Tatsächlich bewegte es sich. Ein paar Wochen später war ich bei einem Chorkonzert. Bei Abbas „Souper Trouper“ vollführte meine kleine Mima einen richtigen Tanz in meinem Bauch. „Sie mag Musik“, schoss es mir durch den Kopf. Als sie auf der Welt war, hörten wir gemeinsam nochmal die Melodien für Mutter und Kind und ich bildete mir ein, sie würde die Klänge wieder erkennen und mehr strampeln. Daraus könnte man doch was machen, dachte ich bei mir, als ich noch auf der Suche nach einem neuen Kurs war (Pekip war ja nicht so der Renner, aber dazu später mehr.). Eine Freundin erzählte mir von einem Musikkurs für Babys, der im Kulturzentrum angeboten wurde. „Das ist es!“, meinte ich und meldete uns an.

Ganz gespannt gingen wir zu der ersten Stunde. Außer uns waren noch etwa 8 Mamas und auch ein Papa mit ihren Babys und Kleinkindern dabei. Alle waren sehr freundlich und fröhlich. Die Kursleiterin stimmte auch gleich schon zu Beginn ein Reiterlied an (endlich mal nicht „Hoppe Reiter“, das kam uns schon zu den Ohren raus). Dazu machten wir Bewegungen mit den Kindern, die sichtlich Spaß daran hatten. Dann machte sie die Stereoanlage an und wir fingen an, durch den Raum zu tanzen. Ohnehin war die Musikstunde für mich gleichzeitig auch Sport, denn mein Kind konnte im Gegensatz zu allen anderen noch nicht sitzen oder krabbeln. Anschließend legten wir die Kinder auf eine Decke und schaukelten sie sanft zu Wiegenliedern, machten Seifenblasen, deckten die Kinder mit Tüchern zu, trommelten und klopften Rhythmen. Mit einigen Mamas kam ich auch danach noch ins Gespräch. Eine von ihnen fragte, ob wir Lust hätten, in der Stadt noch einen Kaffee mit ihnen zu trinken. Na klar, wollten wir! So machten wir es uns zur Gewohnheit, zusammen ein kleines zweites Frühstück zu bestellen und die Musikstunde gemütlich ausklingen zu lassen.

Zu Hause merkte ich, dass Mima auf den Tisch klopfte und versuchte, ihren Spielsachen Geräusche zu entlocken. Ich kaufte ihr daraufhin ein afrikanisches Rhythmusinstrument und sie bekam eine Art Tambourin in Clownform. Ich fing an, ihr Abends Lieder zu singen und merkte, dass mein Gesang gar nicht so gruselig war wie befürchtet. Ihr gefiel es jedenfalls. Nach der Sommerpause entschieden wir, den Kurs weiter zu machen, weil er uns beiden Spaß gemacht hatte. Als wir nach sechs Wochen vor dem Kulturzentrum ausstiegen, lachte Mima und strampelte vor Freude. Inzwischen konnte sie krabbeln und sitzen. Aber ab jetzt gab es für mich noch mehr Sport als vorher: Ich musste immer hinterher und schauen, dass sie keinem anderen Kind den Schnuller klaute. Nach den Ferien waren wir außerdem in einer neuen Gruppe gelandet. Nun zählte Mima nicht mehr zu den kleinsten Kindern, sondern zu den größeren. Die Mamas vom Kaffeeklatsch waren nicht mehr dabei.

Aber wie schon vor den Sommerferien war es wieder da, das Gefühl! Während wir zusammen was unternahmen, konnte ich die enge Bindung zwischen mir und meinem Kind spüren. Das geht mir während der Musikstunden oft so und allein deshalb ist der Kurs schon der absolute Renner. Ob sie jetzt davon schlauer wird oder später mal eine begnadete Musikerin ist mir ziemlich egal. Auf den Spaß kommt es an! Und die Mamas aus der ersten Runde muss ich mal anrufen, zum Glück haben wir nämlich Telefonnummern getauscht.

P.S. Mittlerweile habe ich mir das Buch und die CD zu unserem Kurs gekauft. Das Konzept heißt „Musikgarten für Babys“ und macht auch zu Hause Spaß!

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