„Vielleicht hat es ja Hunger?“

Gut gemeinte Ratschläge von ausgewiesenen „Babyexperten“

Es ist zum „Verrückt-werden“. Mima hat heute ihren „schwierigen Tag“. Weint, quengelt, nichts ist ihr recht zu machen. Das einzige, was hilft, ist, sie zu tragen. Da allerdings Mama noch andere Sachen tun muss, geht das eben nicht den ganzen Tag. Und auch die superbequemste Babytrage führt irgendwann dazu, dass sich der Rücken anfühlt, wie nach zehn Tagen Gewichtheben nonstop. Was soll ich nur tun, denn so langsam werde ich in den eigenen Wänden wahnsinnig. Da ich eh kein „Zuhause-Hocker“ bin, beschließe ich, mit dem Baby einen Stadtbummel zu machen. Vorher gebe ich Mima noch ein Fläschchen. Der Kinderwagen scheint auch eine „Zauberwirkung“ zu entfalten. Sie schläft ein und ich kaufe im Drogerie-Markt ein (eigentlich könnte man dort einen Babytreff einrichten, da viele Mütter regelrechte „Stammgäste“ sind).

Als ich mitten in einer schwierigen Kaufentscheidung stecke (lieber ein Kuscheltier oder eine Spieluhr für das Baby einer Freundin?), wacht Mima auf und weint. Ich lege Kuscheltier und Spieluhr zurück und rede sanft auf sie ein. Aber sie lässt sich nicht beruhigen. Dann greife ich zum Schnuller. Auch keine Lösung! Schließlich nehme ich sie auf den Arm und ernte dabei schon Blicke von anderen Kunden. Auch so geht es nicht lange gut. Jetzt muss ich anfangen zu singen und sie rumschaukeln – sehr schön vor Publikum, vor allem, wenn man so musikalisch ist wie ich.

Auf einmal kommt eine ältere Dame auf mich zu. Sie blickt mich aus ihren mitleidigen Augen an und sagt: „Kann es sein, dass der Kleine vielleicht Hunger hat?!?“ Nein, also wirklich, da wäre ich jetzt nie drauf gekommen, normalerweise kriegt DIE Kleine nämlich pro Woche nur einmal Futter. Genau das hätte ich jetzt gerne geantwortet, denn der Stresspegel ist durch das dauerweinende Kind vor Publikum eh schon am oberen Ende angelangt. Stattdessen entgegne ich höflich: „Nein, das kann nicht sein. SIE hat erst vor einer halben Stunde 250 ml getrunken, es ist nämlich ein Mädchen.“ Da käme auch eine Mutter niemals drauf, dass das Kind Hunger haben könnte! Vor lauter Frust entscheide ich mich schließlich für die Spieluhr UND das Stofftier, lege Mima trotz Weinen zurück in den Wagen und bezahle. Weil vor lauter Einkäufen in den Taschen am Kinderwagen kein Platz mehr ist, lege ich beides einfach zum Kind. Und siehe da, sie nimmt das Spielzeug, beschäftigt sich damit und ist zufrieden. Da merke ich: Nicht das Kind, sondern die Mama hat Hunger! Und so ist mit einem zufriedenen Kind im Wagen sogar noch ein Eis für die Mama drin. Cool bleiben während der Diskussion mit „Besserwisser-Omis“ hat sich also gelohnt.

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