Kleines Stäbchen – große Wirkung

Wie ein positiver Test das ganze Leben verändert hat

Irgendwie fühlte ich mich schlecht. Zum 100. Mal hatte ich mir nun die Nase geschnäuzt und bekam immer noch nicht richtig Luft. Außerdem tat mein Hals weh. Wir saßen beim Italiener und feierten meinen Geburtstag. Nach dem Essen brachte der Kellner Ramazotti zum Digestif. Eigentlich hätte ich besser einen Tee bestellt, aber da es eine Geburtstagsfeier war, trank ich das kleine Likörchen.

Am nächsten Tag schleppte ich mich auf die Arbeit, denn es standen wichtige Termine an. Das Kratzen im Hals wurde immer schlimmer. Nur mit einer Kanne Salbeitee, Hustenbonbons und einem großen Wasserglas bewaffnet überstand ich die folgende Konferenz. Ich war ungewöhnlich schweigsam. Konnte gut sein, dass sich mein Mund öffnete, aber kein Ton mehr rauskam. Danach ging ich zum Arzt. Er gab mir ein Rezept für homöopathische Erkältungsmittel.

„Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen!“ stand auf der Packungsbeilage der Halstabletten. Hm! Da kam ich zum ersten Mal ins Grübeln. Außer der Erkältung fühlte ich mich überhaupt nicht anders als sonst, aber so langsam nistete sich da doch so ein leiser Gedanke ein: Was, wenn doch? Nein, kann nicht sein! Ich ließ die Halstablette weg, trank den Erkältungssaft und legte mich schlafen. Am nächsten Tag ließ mir der Gedanke keine Ruhe und ich beschloss, einen Test zu machen. Ich wartete und wartete, blieb aber dabei ganz schön cool, denn ich glaubte nicht so recht daran. Auf dem Teststreifen zeigte sich eine dicke Linie und da – ganz allmählich – tauchte noch eine zweite, ganz feine Linie auf. „Könnte positiv sein, aber auch nicht“, dachte ich bei mir, fühlte aber schon so etwas wie eine kleine Freude aufsteigen. Ich beschloss, zum Arzt zu gehen. Doch der weilte gerade im Urlaub. Weil ich aber so neugierig war, meldete ich mich bei der Vertretung.

Die Arztpraxis war groß und geräumig und außer mir eine ganze Menge Patientinnen da. Ich sollte eine Urinprobe abgeben und eine Arzthelferin maß mir den Blutdruck. „Eigentlich macht man das doch nur bei alten Leuten. Was hat das mit einer möglichen Schwangerschaft zu tun?“, dachte ich so bei mir. Dann musste ich sehr, sehr lange warten. Im Wartezimmer lag ein Stapel Zeitschriften von Bunte, über Spiegel, bis hin zum Goldenen Blatt. Nach zweieinhalb Stunden hatte ich sie alle durch und fing an, am Handy zu spielen. Nach der dritten Runde Tetris wurde ich endlich aufgerufen. Eine freundliche Ärztin in meinem Alter empfing mich. „Also, worum geht es?“ „Ich bin schlimm erkältet“, krächzte ich mit meinem letzten bisschen Stimme. „Der Arzt hat mir Medikamente verschrieben, die man in der Schwangerschaft nicht nehmen darf. Um ganz sicher zu gehen, habe ich heute Morgen einen Test gemacht und der sah aus wie positiv.“ „Nun, bei uns auch“, grinste die Ärztin.

Wow – WAS hatte sie da gerade gesagt??? Hatte ich richtig gehört??? Ich war wirklich und tatsächlich schwanger??? Als mein Gehirn die positive Botschaft verarbeitete, machte mein Herz vor Freude Luftsprünge. Ein Glücksgefühl durchflutete mich und ich dachte nochmal „Wow – unglaublich!!!“ Das musste ich erst einmal auskosten, bevor ich weiterfragen konnte: „Äh, wie weit bin ich? Und wann kommt das Baby?“ „Ungefähr 6. Woche. Damit ist der Geburtstermin am 23. Oktober.“ Das war also der Stichtag, an dem ein kleines Wesen unser gesamtes Leben umkrempeln würde. Ich strahlte über das ganze Gesicht. „Lassen Sie sich in zwei, drei Wochen von Ihrem Arzt untersuchen, dann sieht man bestimmt schon was“, meinte sie und „herzlichen Glückwunsch!“ Mein Strahlen wurde noch größer, als ich mich bedankte und mit Schwung aus der Praxis rausging. Halsweh und Schnupfen waren vergessen.

Ich schwebte nach Hause und machte den Fernseher an, nur um irgendwas zu tun. Mein Mann war beim Zahnarzt. Mit einer Tüte und verschiedenen Zahnpasta-Tuben kam er nach Hause und erzählte von seinem Termin. Irgendwann bemerkte er mein Grinsen und fragte: „Sag mal, warst du beim Arzt?“ Ich nickte. „Und????“ Bei den Worten „Ja, wir bekommen ein Baby!“ nahmen wir uns ganz fest in die Arme und freuten uns einfach nur. Ab da war ich nicht mehr Majsan, sondern Mama Majsan. Das „Abenteuer Baby“ begann …

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